3D Projektion im Kino
Jedes unserer beiden Augen sieht die Welt aus einem etwas anderen Blickwinkel. Aus diesen beiden Bildeindrücken erzeugt unser Gehirn ein gemeinsames Bild mit Tiefenwirkung. Wir erkennen, was näher und was weiter entfernt ist.
3D-Filme werden mit zwei parallel laufenden Kameras gedreht, die - wie unsere Augen - einige Zentimeter auseinander liegen. Jede Kamera nimmt also eine etwas andere Perspektive auf.
Bei der Projektion werden die Bilder für das rechte und das linke Auge getrennt auf die Bildwand übertragen - entweder gleichzeitig mit zwei Film- oder Videoprojektoren oder in rascher Abfolge nacheinander mit einem geeigneten D-Cinema-Projektor. Spezielle 3D-Brillen sorgen dafür, dass das rechte Auge jedes Zuschauers nur das „rechte“ Bild, das linke Auge nur das „linke“ Bild wahrnehmen kann. Das Gehirn interpretiert diese beiden leicht voneinander abweichenden, getrennten Bilder als räumliche Darstellung, und schon erscheint das Geschehen auf der Bildwand greifbar real – der 3D-Effekt ist perfekt.
Digitales 3D Kino
Das Digitale Kino (D-Cinema) ermöglicht eine gestochen scharfe dreidimensionale Projektion mit beeindruckender Tiefenwirkung. Während bei der Filmprojektion stets zwei miteinander gekoppelte Projektoren benötigt werden, um stereoskopische (dreidimensionale) Bilder zu erzeugen, benötigt das Digitale Kino dafür lediglich einen Digitalprojektor mit der DLP Cinema®-Technologie von Texas Instruments. Diese können die beiden Datenströme mit den 3D-Teilbildern für das rechte und das linke Auge zu einem einzelnen Ausgangssignal zusammenfügen. Dabei werden die Teilbilder sequenziell aneinandergereiht und dann in rascher Abfolge abwechselnd projiziert. Zugleich verdoppelt oder verdreifacht der Projektor die Bildwiederholrate auf 96 bzw. 144 Hz, was ein Flackern des Bildes zuverlässig verhindert.
Dank der DCI-Spezifikation für digitales Kino sind auch alle gängigen D-Cinema-Server bereits „3D-ready“, können also die stereoskopischen Teilströme synchron an den DLP Cinema®-Projektor liefern. Für den dreidimensionalen Filmgenuss ist dann nur noch ein 3D-Zusatz erforderlich, um den Augen die rechten und linken Teilbilder getrennt zu präsentieren. Für diese Kanaltrennung bietet die Industrie verschiedene Verfahren an.
DLP Cinema®-Projektoren projizieren die 3D-Teilbilder nacheinander
Digitale 3D-Verfahren
3D durch Farbverschiebung (Dolby): Beim Dolby-System wird ein rotierendes Farbfilter-Rad in den Strahlengang des Projektors integriert, welche die Lage der Wellen für die RGB-Primärfarben für das rechte und linke Bild minimal gegeneinander verschiebt. Die entsprechenden passiven 3D-Brillen sind mit Filtergläsern ausgestattet, die exakt auf diese Verschiebung abgestimmt sind, so dass jedes Auge nur eines der beiden Bilder wahrnehmen kann.
3D-Polarisationsverfahren von RealD oder Masterimage: Ein aktiver Polfilter (RealD) bzw. ein Polfilterrad (Masterimage) vor dem Objektiv des D-Cinema-Projektors richtet die Lichtwellen der stereoskopischen Teilbilder unterschiedlich aus. Die Gläser der passiven 3D-Brille sind ebenfalls gegensätzlich polarisiert und lassen nur die Information für das jeweilige Auge passieren. Da eine mattweiße Kinobildwand die Polarisierung der Bilder aufheben würde, ist für diese 3D-Verfahren eine Silberbildwand erforderlich.
3D-Shutterbrillen-System (XpanD): Beim Shutterbrillen-System signalisiert der D-Cinema-Projektor einer speziellen Sync-Box, ob gerade ein „rechtes“ oder ein „linkes“ Bild projiziert wird. Die Sync-Box steuert über ein Infrarot-Signal die aktiven Shutterbrillen der Zuschauer an. Diese blenden abwechselnd immer eine Brillenseite ab und ermöglichen so nur jeweils einem Auge den Blick auf die Bildwand.





